Klotzbeute - einnatürlicher Wohnraum

Eine Klotzbeute (klát) ist ein hohler Baumstamm mit einem Deckel und mit stabilisierenden Innenstäben. Es ist die Urform und die natürlichste Form der Bienenwohnung. Bei vielen Klotzbeuten sind traditionell nur die Anflugsöffnungen der Bienen verziert, anderen avancierten in der gesamten Erscheinung zu kunstvoll gestalteten figürlichen Bienenstöcken. Die figürlichen Bienenstöcke sind massive Skulpturen, aus ganzen Baumstämmen nach einer uralten Volkskunst geschnitzt, die vermutlich viele Jahrtausende zurück reicht. Heute gibt es nur noch wenige Klotzbeutenwerkstätten, meistens handelt es sich um Künstler/Innen, die diese traditionelle Klotzbeutenherstellung noch bewahren.

In früheren Zeiten wurden wilde Honigbienen in Klotzbeuten gehalten. Sie konnten sich ganz natürlich, ohne die Intervention des Mensche entfalten und ihre Wildbau ausbauen. Einzig der überschüssige Honig wurde am Anfang des Trachtzeits durch das Herausschneiden der ältesten Waben geerntet.

Die Bienen sollen selbst entscheiden, welche Klotzbeute und wie lange sie bewohnen wollen. So wie in der Natur ein Bienevolk nie ein und denselben Baum bewohnt, so werden auch nicht alle Klotzbeuten ununterbrochen besiedelt. Daher sollen immer mehrere Klotzbeuten aufgestellt werden. So kann sich am eigenen Bienenstand und in der Umgebung eine stabile natürlich gehaltene oder verwilderte Population von Bienenvölkern bilden, die fähig ist, labile Kreuzungen zu kompensieren.

Bei Imkern mit Klotzbeute müssen wir lernen mögliche winterliche Völkerverluste akzeptieren. Das ist bei den in der Natur frei lebenden Honigbienen normal. Labile Völker sollen sterben dürfen. Abgeschwärmte Völker und eingeschlagene Nachschwärme, mitunter mangels begatteter Königin, werden sich auflösen.

Je früher ein Schwarm anfällt, desto größer sein Wert. Altes Imkerreimlein besagt:
Schwarm im Mai - ein Fuder Heu
Schwarm im Jun' - ein fettes Huhn
Schwarm im Jul' - 'ne Federspul'
August Schwarm - daß Gott erbarm!

Es wird immer wieder auf Schwarmträgheit gezüchtet. Viele Imkervereine verbreiten immer noch dogmatische Grundsätze, dass wir den Schwarmlust dem Bien unter allen Umständen vermiesen müssen, in dem wir ihn langfristig erzieherische Beschäftigungsmaßnahmen anordnen. Manch ein Bienenstock ähnelt immer mehr der Arbeitsagentur für Arbeit.

Mit menschlicher Zuversicht wollen einige Experten am Bienenstand die dummen Gedanken und Faulheit des Bienenvolks austreiben, in dem sie die Waben innerhalb des Bienenstocks verstellen. Dass es für die natürliche Hygiene im Bienenstock kontraproduktiv ist, weigern sie sich zu ergründen.

Jede Generation von Bienen speichert im verlauf des Jahres alle standortsbezogene Informationen über Klima, Tracht, Verbrauch, Hygiene und Brutzeit im Bienenwachs. So können kommende Generationen auf diese Weise ihre Arbeit sorgfältig planen. Imker/Innen die Waben mit einem Schachbrett verwechseln, verfälschen all diese Informationen. Das kann bis zum Zusammenbruch des Volkes führen. Klägliche und müde Völker, in Folge von anmaßender Zuchtarbeit, verlieren die Lebensfreude und würden lieber sterben, als in der nähe eines furchtlosen Menschen zu leben.

Der Schwarmlust ist ein vollkommen natürliches Verhalten, der die Hygiene- und das Überlebensbewusstsein des Bienenvolks erfüllt. Schwarmlust ist ein Beweis für eine gesunde Vitalität des Bienenvolks mit stark ausgeprägter Selbsterhaltungslust.

Wenn ein großartiges Trachtangebot die Informationen aus dem Vorjahr bestätigt, erkennt das Bienenvolk die richtige Zeit und kommt in Reisestimmung. Die Bienen bauen Weiselnäpfchen für ihre künftigen Königinnen an und die Königin bestiftet diese Weiselnäpfchen mit befruchtetem Ei. Der Erfolg, dass aus den Eiern eine neue Königin schlüpft geziemt allein den Arbeiterbienen, die die geschlüpften Larven buchstäblich mit Muttersaft überschwemmen. Der Muttersaft bewirkt, dass die Larven in nur 16 Tagen mit vollständig entwickelten Eierstöcken zur Königinnen heranwachsen. Zur gleichen Zeit stellen die Bienen die Fütterung der alten Königin ein. Die hört auf mit der Eierlage und wird wieder flugfähig. Wenn die Weiselzellen mit den Larven der künftigen Königinnen nach 8 Tagen verdeckelt sind, schwärmt das alte Bienenvolk aus. Das heißt, fast die Hälfte aller Bienen fliegt mit der alten Königin aus dem Bienenstock. Zuvor haben alle Bienen seine Bäuchlein mit üppigen Futtervorräten für die Reise gefüllt.

Bei Schwärmen umkreisen die Spürbienen den Bienenstand, dann folgt ihnen die Königin mit ihrem Geleit und sucht sich meistens an einem Baumast ein Platz, bis die Spürbienen ein passendes Heim gefunden haben. Inzwischen hat das Schwarmvolk um die alte Königin eine frei herabhängende Schwarmtraube gebildet. Die Wanderung in eine neue Heimat kann beginnen.

Vertraue dem Bienenvolk und beschränke jegliche Behandlung nur auf das Notwendige. Erlaube Deinen Bien einen natürlichen Wabenbau.Mit der Zeit lernt die Biene immer kleinere Zellen zu bauen.

Das Bienenjahr eines Bienenvolks beginnt erst im Herbst. Überlasse daher dem Volk sein Honigvorrat und ernte der überschüssige Honig erst im darauf folgenden Jahr vor der Trachtzeit. Das ist eine Jahrhundert lange Tradition.

Vermeide nach dem Einschlagen eines Schwarmes in die Beute jegliche Eingriffe. Dein Bienenvolk wird Dich vielfach entlohnen, wenn Du ihn mit viel Ruhe verwöhnst.

Denke bitte immer daran, ein Bien ist ein Wildtier. Jede Behandlung am Bienenstock auslöst Nervosität, die der natürlichen Abwehr des Bienenvolkes deutlich mindert. Ein gestresster Bien ist ein kranker Bien.

Jede einzelne Biene sorgt und arbeitet für ihre Gemeinschaft, damit die in der Lage ist ein neues Volk zu bilden und sein Land zu bevölkern. Das Verleiden der Schwarmlust des Biens verursacht Überbelastung, ist kontraproduktiv für die Hygiene, auslöst Krankheiten und begünstigt Milben Befall. Die Schwarmbildung ist eine natürliche Art der Vermährung des Biens. Erlaube labilen Völkern sterben zu dürfen. Abgeschwärmte Völker und eingeschlagene Nachschwärme, mitunter mangels begatteter Königin, werden sich auflösen.

Bei natürlichen Bienenhaltung müssen wir lernen mögliche winterliche Völkerverluste akzeptieren. Das ist bei den in der Natur frei lebenden Honigbienen vollkommen normal.